Rundbrief  

Deutsche Rundbriefe 2011 -

Juni 2011 - Sonderausgabe

 
Ihr fragt Euch vielleicht, warum es schon wieder einen Rundbrief aus Kenia gibt. Es freut uns, dass wir Euch von den letzten Entwicklungen und Neugkeiten berichten können! Aber zuerst muss ich etwas ausholen...

Wie Ihr sicher wisst haben wir vor 10 Jahren Land gekauft, um ein Kinderheim zu bauen. Als wir vor sechs Jahren die Baubewilligung erhielten und mit dem Aushub begannen, kamen Leute und behaupteten es sei ihr Land und wir mussten die Arbeit einstellen, da auf unserem Land vandaliert wurde. Leider wurden wir Opfer von Landdiebstahl. Wir nahmen einen Anwalt und brachten die Angelegenheit vor Gericht.

Ein grosser Platz zum (Fussball-) Spielen; im Hintergrund der Waldrand

Doch die ganze Sache geht nun schon viel länger als wir uns je hätten vorstellen können. Alle die schon mal mit dem Gericht in Kenia zu tun hatten, wissen auch, dass Gerichtsangelegenheiten sehr langwierig sind. Zur Zeit passiert wieder mal gar nichts, da das ganze Gerichtswesen umgekrempelt wird, denn noch vor Ende Jahr soll(te) die neue kenianische Verfassung in Kraft treten. Nach wie vor sind wir überzeugt, dass wir die rechtmässigen Besitzer des Grundstücks sind und wir werden die Sache bis ans Ende verfolgen.

 

Der topographische Plan unserer Liegenschaft

 

Vielleicht fragt Ihr Euch warum ich all das erzähle!? Ende letztes Jahr beschlossen Jonny und ich, dass wir uns nach einem anderen, für unser Kinderheim geeigneten, Grundstück umschauen wollen. Elf Jahre mieten wir nun schon die Häuser, wo wir momentan mit den Kindern leben. Es hat wenig Umschwung und der Platz ist beschränkt, so dass wir keine neuen Kinder aufnehmen können. Die Behörden machen auch neue Auflagen für Heime und wir können die gemieteten Gebäude nicht so umbauen, dass sie die Behörden zufriedenstellen.

Seit Anfangs Jahr lesen wir in der Zeitung immer die Immobilien-Inserate, auch besuchten wir eine Immobillienenmesse, sprachen mit mehreren Immobilienhändler und gingen verschiedene Liegenschaften besichtigen. Doch sahen wir nichts, das uns wirklich gefiel und geeignet vorkam. Im April sah ich wieder einmal ein interessantes Inserat in einer Zeitung und ich erkundigete mich genauer. Jonny war zu dieser Zeit gerade in Norwegen. Mit Florence, unserer Sozialarbeiterin, ging ich dann das Grundstück anschauen. Uns beiden gefiel es auf Anhieb.

Wir begannen sofort zu träumen und planen. Via E-Mail informierte ich Jonny und auch er war begeistert. Als er im Mai zurückkam, gingen wir zusammen das Grundstück anschauen, holten Rat ein und beschlossen es zu kaufen.

Die Liegenschaft (3,2 Hektaren!) liegt in TIGONI, einer kleinen Ortschaft mit ungefähr 12’000 Einwohner und befindet sich etwa 25km ausserhalb von Nairobi auf 2100m Höhe, inmitten einer wunderschönen, fruchtbaren Gegend und umgeben von Teefeldern und Ackerbau. Auf dem Gelände stehen schon Gebäude, die wir nun zweckmässig umbauen werden. Zur Umgebung gehört auch Wald. Stellt Euch vor, wie nun unsere Kinder genug Platz zum Spielen und umherrennen haben werden. Auch werden wir ausreichend Räumlichkeiten haben, um weitere Kinder aufzunehmen.

Es gibt vieles zu tun, bevor wir mit unserer Kinderschar einziehen können. Falls alles nach Plan läuft, möchten wir dieses Jahr noch vor Weihnachten einziehen, damit die Kinder im Januar das neue Schuljahr in Tigoni anfangen können. Das Gebäude rechts wird für die Jungs sein. Wir bauen es so um, dass es einen Gemeinschaftsraum, mehrere Schlafzimmer, Duschen und Toiletten haben wird.

Links sind weitere Gebäude des Grundstücks abgebildet. Das rechte Haus wird am meisten verändert. Neu wird es dort einen ersten Stock geben, mit einem Gemeinschaftsraum, Mädchenschlafzimmer, Duschen und Toiletten sowie einer kleine Wohnung für die Hausmutter und Besucher. Im Parterre befinden sich dann Küche und Speisesaal. Das mittlere Gebäude werden wir als grosses Wohnzimmer für alle Kinder nutzen.

Nebenan befindet sich Jonny und mein zukünftiges Zuhause. Zur Zeit benutzt eine Firma das Haus als Büro und wir werden einige Umbauarbeiten vornehmen müssen; auch damit wir Platz für Besucher haben werden. Besucher sind also herzlich willkommmen. Der Ausblick vom Haus ins Grüne ist traumhaft.

Mit soviel Umschwung planen wir auch einen Garten anzulegen, damit zukünftig eigenes Gemüse auf unsere Teller kommt. Die Milch im Tee wird von einer Kuh sein, die wir selber halten. Joseph, unser treuer und langjähriger Tageswächter und Gärtner, wird mit uns nach Tigoni ziehen und er freut sich schon über die neuen Herausforderungen. Wir hoffen natürlich auch, dass unsere Hausmütter mit uns kommen.

Wir sind Euch dankbar, wenn ihr das Projekt - "Maisha Mema Kinderheim in Tigoni" - im Gebet unterstützt! Wie ihr Euch sicher vorstellen könnt, kostet das Land, der Umbau sowie die Neuanschaffungen, die so ein Umzug mit sich bringt, sehr viel Geld. Über die Jahre haben wir immer wieder Gaben zu Gunsten des Bauprojektes bekommen. Darüber sind wir sehr dankbar. Nun können wir das Geld endlich einsetzen. Falls Ihr Euch auch mit einer Spende am Landkauf, am Umbau und all den Anschaffungen beteiligen möchtet, würde es uns sehr freuen. (Maisha Mema Schweiz, 3014 Bern PC-Konto: 30-168657-6)  

Vielleicht wundert Ihr Euch, was mit der Arbeit in Soweto passieren wird. Die Arbeit wird weiterlaufen, wie bisher. Florence, unsere Sozialarbeiterin, hat schon seit einiger Zeit die Hauptverantwortung im Klubhaus. Sie macht ihre Arbeit sehr gut und sie wird auch von pflichtbewussten Mitarbeitern unterstützt. Jonny und ich werden einmal wöchentlich in Soweto anzutreffen sein, damit der Kontakt mit Mitarbeitern und Kindern aufrecht erhalten bleibt.

Liebe Freunde Ihr ermöglicht uns die Arbeit in Nairobi! Ein herzliches Dankeschön für Eure Unterstützung und das Mittragen unserer Arbeit.

Herzliche Grüsse

Jonny und Marianne

PS: Bitte beachtet auf dem Briefkopf unsere neue Adresse. Da in letzten Zeit sehr viele Briefe und Pakete verloren ging, beschlossen wir in einer anderen Post ein neues Postfach zu mieten. Nun hoffen wir, dass Eure Briefe wieder ankommen. Das alte Postfach wird weiterhin gültig sein.

 

 

April 2011

Neues aus Soweto und Doonholm

Schulisches

Im November 2010 haben 15 Jugendliche die Primarschul-Abschlussprüfung abgelegt und erfolgreich bestanden. Seit Februar besuchen sie nun - gröss-tenteils an Boardingschools (Internat) – die Sekundarschule.

Acht Jugendliche schlossen im Novem-ber 2010 die Sekundarschule erfolgreich ab. Zwei Schüler haben solch gute Resultate erzielt, dass sie einen der begehrten Plätze an der öffentlichen Universität erhalten. Wir sind sehr stolz darauf.

Seit Januar 2011 haben wir 27 Kinder neu in unser Programm aufgenommen. Sie werden nun während einem Jahr im Clubhouse auf die Einschulung vorbereitet.

Weihnachtsferien

Die meisten Maisha Mema Kinder und Jugendliche reisen jeweils über Weihnachten zu Verwandten oder Bekannten aufs Land. Leider haben einige Kinder kaum noch Angehörige. Unsere beiden Hausmütter, Leah und Florence h, haben mehreren Kindern 2 Wochen Ferien auf dem Bauernhof ihrer Eltern ermöglicht. Zudem hat jemand unserer Kirche vier Kinder gratis in Zeltlager eingeladen.

Vorschriften

Die kenianische Kinder-Sozialbehörde hat beschlossen, dass Kinder ab dem 18. Lebensjahr nicht mehr in einem Kinderheim untergebracht werden dürfen. Da Maisha Mema als offizielles Kinderheim eingetragen ist, gilt diese Vorschrift auch uns.   Aus diesem Grund mussten wir uns für sieben unserer Jugendlichen nach Alternativen umsehen.

 Glücklicherweise konnten wir alle von ihnen bei Verwandten oder Bekannten unterbringen und so den Kontakt aufrechterhalten.

In den kommenden Jahren werden wir mit dem Problem wiederholt konfron-tiert sein, zumal nicht alle Kinder bei Verwandten oder Bekannten untergebracht werden können. Wie ihr aus vorherigen Rundbriefen wisst, haben wir bei uns Kinder und Jugendliche, deren Herkunft uns nicht bekannt ist.

Familienzuwachs

Am 3. Februar 2011 haben wir ein Mädchen namens Virginia bei uns aufgenommen. Ihr Vater starb vor 3 Jahren, ihre Mutter ist aidskrank. Sie bat uns, Virginia aufzunehmen, da sie nicht mehr lange zu leben hat und um die Sicherheit ihrer Tochter fürchtet, zumal der Grossvater Virginia in 2 Jahren für zu einem „guten Brautpreis" verheiraten will. Virginia besucht nun die 4. Klasse. Sie hat sich gut bei uns eingelebt und bei uns eine neue Familie und Freunde gefunden.

 Marianne Haldimann Mydland

 

Sonstiges

Hungersnot

Die letzte Regenzeit ist leider sehr ma-ger ausgefallen. In vielen Teilen Kenias herrscht eine riesige Wasserknappheit und viele Menschen sind dadurch von Hungersnot betroffen.  Auch bei Maisha Mema lernen wir immer wieder aufs Neue, sparsam mit Wasser umzugehen. Regelmässig müssen wir zusätzliches Wasser kaufen.  Wir sind sehr dankbar, dass nun die Regenzeit vor 2 Wochen eingesetzt hat und hoffen nun auf reichlich Wasser.

Volontärin

Raphaela Wenger (siehe Abbildung unten rechts) aus der Schweiz verbrachte vom August 2010 bis Februar 2011 sechs Monate bei uns in Nairobi. Marianne ist ihre Patin und freut sich sehr über den Besuch aus ihrer Heimat.

Besucher

Im vergangenen halben Jahr durften wir uns immer wieder über Besuche aus Europa freuen. So besuchten uns vergangenen Herbst zwei Familien aus der Schweiz, welche uns seit Jahren sehr aktiv unterstützen. Nebst ein paar Tagen, die sie auf Safari und am Strand verbrachten, lernten Sie in Nairobi unsere Arbeit näher kennen und er-freuten uns mit ihrer Mithilfe.

Marianne Haldimann Mydland

 

Familie Sivertzen

Seit Januar 2011 haben Marianne und Jonny Unterstützung durch die drei-köpfige Familie Sivertzen.

Die Familie Sivertzen hat sich entschieden, die Schweiz für 2 Jahre zu verlassen und während dieser Zeit bei Maisha Mema unterstützende Arbeit zu leisten. Am 15. Januar 2011 ist die junge Familie in Nairobi eingetroffen. Während der ersten drei Wochen waren sie bei Florence, einer Freundin und Mitarbeiterin Maisha Memas, untergebracht.  

In der Zwischenzeit haben die drei sich eine eigene Wohnung gesucht und eingerichtet.

Cornelia Sivertzen, Schweizerin, wird während den 2 Jahren vorwiegend bei der Grossfamilie in Doonholm mitarbeiten (Kochen, Einkaufen Aufgabenhilfe und medizinische Versorgung) und sich um Söhnchen Benyamin kümmern. Ihr Mann, Sven Sivertzen (Norweger), engagiert sich im Bereich Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen. Er wird eine Baseballmannschaft gründen und coachen sowie das Training der Fussballmannschaften unterstützen.

Cornelia und Sven unterstützen zudem die Arbeit im Clubhouse und schauen Marianne und Jonny bei sämtlichen Arbeiten über die Schultern.

Wir heissen die Familie Sivertzen in Nairobi ganz herzlich willkommen und freuen uns auf die gemeinsame Zeit. Übrigens hat die Familie einen Blog eingerichtet: www.sivertzen-live.com

Marianne Haldimann Mydland 

 

Marianne und Jonny

Reise nach Norwegen

Am 20. März 2011 ist Jonny - wie alle Jahre – für 7 Wochen nach Norwegen gereist. Er wird dort viel unterwegs sein, um Maisha Mema vorzustellen. Auf diese Weise wird ein grosser Teil unserer Spenden generiert.

Besonderer Dank

Ein besonderes Dankeschön widmen wir allen, die vergangene Weihnachten so grosszügig eine Zusatzspende geleistet haben. So konnten wir allen Kindern und Jugendlichen im Klubhaus ein Weihnachtsgeschenk überreichen. Die Freude der Beschenkten war riesig.

Merci

Ein grosses Merci für eure liebe Unterstützung, die ihr seit Jahren leistet. Wir freuen uns riesig über eure Kontakte, Geldspenden und das Vertrauen.

Marianne Haldimann Mydland

 
Ganz herzliche Grüsse aus Kenia!

Marianne  und Jonny

 

 
 

Für ältere Rundbriefe, sehen Sie bitte unter Deutsche Rundbriefe 2001 - 2004,

Deutsche Rundbriefe 2005 - 2007,

und Deutsche Rundbriefe 2008 - 2010

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