Ihr fragt Euch vielleicht, warum es
schon wieder einen Rundbrief aus Kenia gibt. Es freut
uns, dass wir Euch von den letzten Entwicklungen und
Neugkeiten berichten können! Aber zuerst muss ich etwas
ausholen...
Wie Ihr sicher wisst haben wir vor 10 Jahren Land
gekauft, um ein Kinderheim zu bauen. Als wir vor sechs
Jahren die Baubewilligung erhielten und mit dem Aushub
begannen, kamen Leute und behaupteten es sei ihr Land
und wir mussten die Arbeit einstellen, da auf unserem
Land vandaliert wurde. Leider wurden wir Opfer von
Landdiebstahl. Wir nahmen einen Anwalt und brachten die
Angelegenheit vor Gericht.
Ein grosser Platz zum (Fussball-)
Spielen; im Hintergrund der Waldrand
Doch die ganze
Sache geht nun schon viel länger als wir uns je hätten
vorstellen können. Alle die schon mal mit dem Gericht in
Kenia zu tun hatten, wissen auch, dass
Gerichtsangelegenheiten sehr langwierig sind. Zur Zeit
passiert wieder mal gar nichts, da das ganze
Gerichtswesen umgekrempelt wird, denn noch vor Ende Jahr
soll(te) die neue kenianische Verfassung in Kraft treten.
Nach wie vor sind wir überzeugt, dass wir die
rechtmässigen Besitzer des Grundstücks sind und wir
werden die Sache bis ans Ende verfolgen.
Der topographische Plan unserer
Liegenschaft
Vielleicht fragt Ihr Euch
warum ich all das erzähle!? Ende letztes Jahr
beschlossen Jonny und ich, dass wir uns nach einem
anderen, für unser Kinderheim geeigneten, Grundstück
umschauen wollen. Elf Jahre mieten wir nun schon die
Häuser, wo wir momentan mit den Kindern leben. Es hat
wenig Umschwung und der Platz ist beschränkt, so dass
wir keine neuen Kinder aufnehmen können. Die Behörden
machen auch neue Auflagen für Heime und wir können die
gemieteten Gebäude nicht so umbauen, dass sie die
Behörden zufriedenstellen.
Seit Anfangs Jahr lesen wir in der Zeitung immer die
Immobilien-Inserate, auch besuchten wir eine
Immobillienenmesse, sprachen mit mehreren
Immobilienhändler und gingen verschiedene Liegenschaften
besichtigen. Doch sahen wir nichts, das uns wirklich
gefiel und geeignet vorkam. Im April sah ich wieder
einmal ein interessantes Inserat in einer Zeitung und
ich erkundigete mich genauer. Jonny war zu dieser Zeit
gerade in Norwegen. Mit Florence, unserer
Sozialarbeiterin, ging ich dann das Grundstück anschauen.
Uns beiden gefiel es auf Anhieb.
Wir begannen sofort zu
träumen und planen. Via E-Mail informierte ich Jonny und
auch er war begeistert. Als er im Mai zurückkam, gingen
wir zusammen das Grundstück anschauen, holten Rat ein
und beschlossen es zu kaufen.
Die Liegenschaft (3,2 Hektaren!) liegt in TIGONI,
einer kleinen Ortschaft mit ungefähr 12’000 Einwohner
und befindet sich etwa 25km ausserhalb von Nairobi auf
2100m Höhe, inmitten einer wunderschönen, fruchtbaren
Gegend und umgeben von Teefeldern und Ackerbau. Auf dem
Gelände stehen schon Gebäude, die wir nun zweckmässig
umbauen werden. Zur Umgebung gehört auch Wald. Stellt
Euch vor, wie nun unsere Kinder genug Platz zum Spielen
und umherrennen haben werden. Auch werden wir
ausreichend Räumlichkeiten haben, um weitere Kinder
aufzunehmen.
Es gibt vieles zu tun, bevor
wir mit unserer Kinderschar einziehen können. Falls
alles nach Plan läuft, möchten wir dieses Jahr noch vor
Weihnachten einziehen, damit die Kinder im Januar das
neue Schuljahr in Tigoni anfangen können. Das Gebäude
rechts wird für die Jungs sein. Wir bauen es so um, dass
es einen Gemeinschaftsraum, mehrere Schlafzimmer,
Duschen und Toiletten haben wird.
Links
sind weitere Gebäude des Grundstücks abgebildet. Das
rechte Haus wird am meisten verändert. Neu wird es dort
einen ersten Stock geben, mit einem Gemeinschaftsraum,
Mädchenschlafzimmer, Duschen und Toiletten sowie einer
kleine Wohnung für die Hausmutter und Besucher. Im
Parterre befinden sich dann Küche und Speisesaal. Das
mittlere Gebäude werden wir als grosses Wohnzimmer für
alle Kinder nutzen.
Nebenan befindet sich Jonny
und mein zukünftiges Zuhause. Zur Zeit benutzt eine
Firma das Haus als Büro und wir werden einige
Umbauarbeiten vornehmen müssen; auch damit wir Platz für
Besucher haben werden. Besucher sind also herzlich
willkommmen. Der Ausblick vom Haus ins Grüne ist
traumhaft.
Mit
soviel Umschwung planen wir auch einen Garten anzulegen,
damit zukünftig eigenes Gemüse auf unsere Teller kommt.
Die Milch im Tee wird von einer Kuh sein, die wir selber
halten. Joseph, unser treuer und langjähriger
Tageswächter und Gärtner, wird mit uns nach Tigoni
ziehen und er freut sich schon über die neuen
Herausforderungen. Wir hoffen natürlich auch, dass
unsere Hausmütter mit uns kommen.
Wir sind Euch dankbar, wenn ihr das Projekt - "Maisha
Mema Kinderheim in Tigoni" - im Gebet unterstützt! Wie
ihr Euch sicher vorstellen könnt, kostet das Land, der
Umbau sowie die Neuanschaffungen, die so ein Umzug mit
sich bringt, sehr viel Geld. Über die Jahre haben wir
immer wieder Gaben zu Gunsten des Bauprojektes bekommen.
Darüber sind wir sehr dankbar. Nun können wir das Geld
endlich einsetzen. Falls Ihr Euch auch mit einer Spende
am Landkauf, am Umbau und all den Anschaffungen
beteiligen möchtet, würde es uns sehr freuen. (Maisha
Mema Schweiz, 3014 Bern PC-Konto: 30-168657-6)
Vielleicht wundert Ihr Euch, was mit der
Arbeit in Soweto passieren wird. Die Arbeit wird
weiterlaufen, wie bisher. Florence, unsere
Sozialarbeiterin, hat schon seit einiger Zeit die
Hauptverantwortung im Klubhaus. Sie macht ihre Arbeit
sehr gut und sie wird auch von pflichtbewussten
Mitarbeitern unterstützt. Jonny und ich werden einmal
wöchentlich in Soweto anzutreffen sein, damit der
Kontakt mit Mitarbeitern und Kindern aufrecht erhalten
bleibt.
Liebe Freunde Ihr ermöglicht uns die Arbeit in
Nairobi! Ein herzliches Dankeschön für Eure
Unterstützung und das Mittragen unserer Arbeit.
Herzliche Grüsse
Jonny und Marianne
PS: Bitte beachtet auf dem Briefkopf unsere neue
Adresse. Da in letzten Zeit sehr viele Briefe und Pakete
verloren ging, beschlossen wir in einer anderen Post ein
neues Postfach zu mieten. Nun hoffen wir, dass Eure
Briefe wieder ankommen. Das alte Postfach wird weiterhin
gültig sein.
April
2011
Neues
aus Soweto und Doonholm
Schulisches
Im November 2010 haben 15 Jugendliche die
Primarschul-Abschlussprüfung abgelegt und erfolgreich
bestanden. Seit Februar besuchen sie nun -
gröss-tenteils an Boardingschools (Internat) – die
Sekundarschule.
Acht Jugendliche schlossen im Novem-ber 2010 die
Sekundarschule erfolgreich ab. Zwei Schüler haben solch
gute Resultate erzielt, dass sie einen der begehrten
Plätze an der öffentlichen Universität erhalten. Wir
sind sehr stolz darauf.
Seit Januar 2011 haben wir 27 Kinder neu in unser
Programm aufgenommen. Sie werden nun während einem Jahr
im Clubhouse auf die Einschulung vorbereitet.
Weihnachtsferien
Die meisten Maisha Mema Kinder und Jugendliche reisen
jeweils über Weihnachten zu Verwandten oder Bekannten
aufs Land. Leider haben einige Kinder kaum noch
Angehörige. Unsere beiden Hausmütter, Leah und Florence
h, haben mehreren Kindern 2 Wochen Ferien auf dem
Bauernhof ihrer Eltern ermöglicht. Zudem hat jemand
unserer Kirche vier Kinder gratis in
Zeltlager eingeladen.
Vorschriften
Die kenianische Kinder-Sozialbehörde hat beschlossen,
dass Kinder ab dem 18. Lebensjahr nicht mehr in einem
Kinderheim untergebracht werden dürfen. Da Maisha Mema
als offizielles Kinderheim eingetragen ist, gilt diese
Vorschrift auch uns.
Aus
diesem Grund mussten wir uns für sieben unserer
Jugendlichen nach Alternativen umsehen.
Glücklicherweise
konnten wir alle von ihnen bei Verwandten oder Bekannten
unterbringen und so den Kontakt aufrechterhalten.
In den
kommenden Jahren werden wir mit dem Problem wiederholt
konfron-tiert sein, zumal nicht alle Kinder bei
Verwandten oder Bekannten untergebracht werden können.
Wie ihr aus vorherigen Rundbriefen wisst, haben wir bei
uns Kinder und Jugendliche, deren Herkunft uns nicht
bekannt ist.
Familienzuwachs
Am 3. Februar 2011 haben wir ein Mädchen namens
Virginia bei uns aufgenommen. Ihr Vater starb vor 3
Jahren, ihre Mutter ist aidskrank. Sie bat uns, Virginia
aufzunehmen, da sie nicht mehr lange zu leben hat und um
die Sicherheit ihrer Tochter fürchtet, zumal der
Grossvater Virginia in 2 Jahren für zu einem „guten
Brautpreis" verheiraten will. Virginia besucht nun die
4. Klasse. Sie hat sich gut bei uns eingelebt und bei
uns eine neue Familie und Freunde gefunden.
Marianne Haldimann
Mydland
Sonstiges
Hungersnot
Die letzte Regenzeit ist leider sehr ma-ger
ausgefallen. In vielen Teilen Kenias herrscht eine
riesige Wasserknappheit und viele Menschen sind dadurch
von Hungersnot betroffen. Auch bei Maisha Mema
lernen wir immer wieder aufs Neue, sparsam mit Wasser
umzugehen. Regelmässig müssen wir zusätzliches Wasser
kaufen. Wir sind sehr dankbar, dass nun die
Regenzeit vor 2 Wochen eingesetzt hat und
hoffen nun auf reichlich Wasser.
Volontärin
Raphaela Wenger (siehe Abbildung unten rechts) aus
der Schweiz verbrachte vom August 2010 bis Februar 2011
sechs Monate bei uns in Nairobi. Marianne ist ihre Patin
und freut sich sehr über den Besuch aus ihrer Heimat.
Besucher
Im vergangenen halben Jahr durften wir uns immer
wieder über Besuche aus Europa freuen. So besuchten uns
vergangenen Herbst zwei Familien aus der Schweiz, welche
uns seit Jahren sehr aktiv unterstützen. Nebst ein paar
Tagen, die sie auf Safari und am Strand verbrachten,
lernten Sie in Nairobi unsere Arbeit näher kennen und
er-freuten uns mit ihrer Mithilfe.
Marianne Haldimann Mydland
Familie Sivertzen
Seit Januar 2011 haben Marianne und Jonny
Unterstützung durch die drei-köpfige Familie Sivertzen.
Die Familie Sivertzen hat sich entschieden, die
Schweiz für 2 Jahre zu verlassen und während dieser Zeit
bei Maisha Mema unterstützende Arbeit zu leisten. Am 15.
Januar 2011 ist die junge Familie in Nairobi
eingetroffen. Während der ersten drei Wochen waren sie
bei Florence, einer Freundin und Mitarbeiterin Maisha
Memas, untergebracht.
In der
Zwischenzeit haben die drei sich eine eigene Wohnung
gesucht und eingerichtet.
Cornelia Sivertzen, Schweizerin, wird während den 2
Jahren vorwiegend bei der Grossfamilie in Doonholm
mitarbeiten (Kochen, Einkaufen Aufgabenhilfe
und medizinische Versorgung) und sich um
Söhnchen Benyamin kümmern. Ihr Mann, Sven Sivertzen (Norweger),
engagiert sich im Bereich Freizeitgestaltung der Kinder
und Jugendlichen. Er wird eine Baseballmannschaft
gründen und coachen sowie das Training der
Fussballmannschaften unterstützen.
Cornelia und Sven unterstützen zudem
die Arbeit im Clubhouse und schauen Marianne und Jonny
bei sämtlichen Arbeiten über die Schultern.
Wir heissen die Familie Sivertzen in Nairobi ganz
herzlich willkommen und freuen uns auf die gemeinsame
Zeit. Übrigens hat die Familie einen Blog eingerichtet:
www.sivertzen-live.com
Marianne Haldimann Mydland
Marianne und Jonny
Reise nach Norwegen
Am 20. März 2011 ist Jonny - wie alle Jahre – für 7
Wochen nach Norwegen gereist. Er wird dort viel
unterwegs sein, um Maisha Mema vorzustellen. Auf diese
Weise wird ein grosser Teil unserer Spenden generiert.
Besonderer Dank
Ein besonderes Dankeschön widmen wir allen, die
vergangene Weihnachten so grosszügig eine Zusatzspende
geleistet haben. So konnten wir allen Kindern und
Jugendlichen im Klubhaus ein Weihnachtsgeschenk
überreichen. Die Freude der Beschenkten war riesig.
Merci
Ein grosses Merci für eure liebe Unterstützung, die
ihr seit Jahren leistet. Wir freuen uns riesig über eure
Kontakte, Geldspenden und das Vertrauen.