Bericht     

Mathias Tödtli, ende 2001        

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Matthias Tödtli verbrachte Ende 2001, zwei Monate bei uns. Er lässt uns an seinen Eindrücken teilhaben.

Afrika pur...

Polo Hofer hat einen Song ("Hopp Schwiiz"), wo einige Textpassagen lauten: "Im Land vo Chäs u Brot u Anke, söu kene säge, es pass ihm nid. Lue doch nume all die Banke, die giits ou nid wäge nüt. Hie isches suber hie tuet me schaffe..."

Seit einer Woche bin ich nun schon hier in Nairobi (Kenia) bei Marianne und Jonny. Und was der Herr Hofer so über die gute alte Schweiz singt, stimmt. Das ist mir hier wieder mal so richtig bewusst geworden. Gerne lasse ich Euch teilhaben an meinen ersten Eindrücken während meinen ersten Tagen hier.

Am Flughafen von Nairobi werde ich von Marianne und Jonny und ihrem Taxifahrer abgeholt. Das Taxi (Windschutzscheibe kaputt, verbeult) bringt uns auf asphaltierten und weniger asphaltierten (ist eher die Mehrzahl) Strassen weg von der City ins Quartier "Doonholm". Unterwegs steigt der Fahrer aus, um das rechte Vorderrad wieder ein wenig anzuschrauben. Besser jetzt als bevor etwas passiert, oder? Wir kommen gut am Zielort an, dem Zuhause von Marianne und Jonny und ihrer Grossfamilie, und werden vom Nachtwächter (bewaffnet mit Pfeil und Bogen) begrüsst. Ich kann mein Zimmer beziehen und schlafe erst mal aus. Die ersten 2 Tage verbringe ich mit Akklimatisieren, Kennenlernen der 24 Kinder (es sehen nicht alle gleich aus!), die hier leben und meiner ersten Fahrt mit einem "matatu". Das ist ein Vielpersonentaxi, wo jemand, der Platzangst hat, es schwer hat. Hier dauert alles ein wenig länger als normal, als Beispiel sei die tägliche Dusche (ein Kübel kaltes Wasser) erwähnt. Hast Du diese Erfahrung auch schon gemacht? Eine Hand hält die abgeschnittene Pet-Flasche als Wasserschöpfgerät, mit der anderen Hand ist Einseifen angesagt. Liebe Freunde in der CH, freuet Euch an Eurer täglichen Dusche!

Am Dienstag bin ich schliesslich in die Soweto-Slums mitgegangen. Dort betreibt MASEMI ein Clubhaus (besser gesagt Hütte), eine Art Begegnungszentrum, wo die Kinder spielen, singen, auf den Schulunterricht vorbereitet werden usw. Denn nur wer Geld hat, kann seinen Kindern eine Schulbildung ermöglichen. Plötzlich war ich der Lehrer in Mathematik und Englisch. Tja, so schnell kann ein Karrieresprung (oder aber -Rückschritt...?) gehen. Da im Moment die Regenzeit ist, regnet es logischerweise recht häufig. Und das heisst dann, durch Abfall, Schlamm und Abwasser zu waten (die Schuhe und Hosen sehen nachher auch dementsprechend aus). Diese ärmlichen Wohnverhältnisse haben mich beeindruckt. Und vor allem, die Kinder schenken mir trotz ihrer misslichen Lage ein Lachen. Sie sind dankbar, dass sie etwas lernen können. Sie berühren immer wieder meine weissen Unterarme. Sie sind lernwillig. Sie sind aber auch sehr lebendig und singen gerne. Und es hätte noch viel mehr Kinder, die erreicht werden könnten- vielleicht mit Deiner Unterstützung?

Liebe Grüsse aus Kenia

Matthias Tödtli

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